2007-05-21

Wiener Wohnen

In Wien gehören 26% aller Wohnungen (Stand 2001), gerade auch die großen Gemeindebauten, der Gemeinde Wien. Die Senfbauten (eigentlich: Karl Wrba-Hof) gehören zu den beliebten Spots; hier wurden auch schon viele TV-Aufnahmen von/über Parkour gemacht.

Grund genug für mich bei Wiener Wohnen einmal nachzufragen
(Telefon, 16.5.2007; den Namen lasse ich aus rechtlichen Gründen jetzt weg)…

Ein offizielles Statement über die Einstellung zu Parkour gibt es nicht; man müsste dann ja entweder ein Verbot aussprechen, das möchte man aber nicht, oder eine Erlaubnis, aber davon könnte eine Haftung abgeleitet werden.

Dementsprechend sieht man die Sache gelassen, im wesentlichen so wie es die (vernünftigen) Parkour-Websites auch raten:
Erstens muss man hoffen und sollte dazu sehen, dass möglichst nichts geschieht.
Zweitens ist darauf zu achten, dass man möglichst schonend mit dem Gelände umgeht und sich von Privatgrund fernhält bzw. auf Aufforderung weiter zieht (gerade in Gemeindebauten wo die Mieter in etwa den Status von Besitzern haben - es ist also streng genommen nicht Privatgrund, aber jemand der kein Mieter ist, hat eigentlich nicht wirklich die Berechtigung dort unterwegs zu sein).

Besonders schwierig ist die Situation etwa wenn Traceure auf Flachdächern unterwegs sind: Da ist zum einen die Chance gut, dass man sich auf Privatgrund begibt (Anmerkung von mir: manche Kindergärten etwa wären außerhalb der "Betriebszeit" vielleicht gute Spots, aber man würde es dann mit der Rathauswache - die ist in Wien für deren Sicherheit verantwortlich - zu Tun bekommen). Außerdem ist nicht gesagt, dass ein Flachdach eine Person aushält. (Im Wrba-Hof ist dies als Teil der Vorbereitung und Genehmigung der ORF-Dreharbeiten durch einen Statiker überprüft worden.)

Insgesamt klingt es jedenfalls sehr positiv. Nicht so als würden demnächst Verbotsschilder aufgestellt, sondern man würde zuerst durch die Gebietsbetreuung zwischen den verschiedenen Nutzern zu vermitteln suchen...

2007-05-14

Irgendwie kindisch?

Spielende Kinder sind oft am nächsten an Traceuren: Alltägliche Strukturen werden schnell einmal zum Abenteuerspielplatz, zu Turngeräten um seine körperlichen Fähigkeiten zu testen und zu trainieren…

Neulich in der U1:
Es kommt eine der neuen Garnituren bei denen die einzelnen Waggons miteinander mit einem Durchgang verbunden sind. Die Platte genau in diesem Durchgang ist ein ideales Rüttelbrett um die Balance zu trainieren.
Südtiroler Platz. Ich steige ein und stelle mich prompt auf diese Platte. Fortbewegung plus Balancetraining = amüsant(er)e U-Bahn-Fahrt.
Taubstummengasse. Ein kleines Mädchen stellt sich neben mich, wir grinsen einander an und wissen offenbar genau, wieso wir genau diesen Platz aufgesucht haben…

Der Altersunterschied zwischen uns beiden war gut und gerne 25 Jahre. So gesehen kommt mir das kindisch vor.

Andererseits...
12. Mai 2006: Die "Freizeit"-Beilage zum Kurier rät (eigentlich für Eltern, aber was soll's), den Spielplatz doch einfach als Fitness-Studio zu nutzen. "Bewegen Sie sich mit Ihrem Kind! Am Spielplatz können Sie balancieren, klettern, Klimmzüge machen, laufen und Fußball spielen."

Kindisch dann wohl nicht. Kindlich in Bewegungsfreude vielleicht. Danke ;-)

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Geplante Themen


  • Repräsentation und Realität:

    Die Medien als üblicher erster Kontakt, ihre Repräsentation von Parkour und der Kontrast mit den Erfahrungen aus teilnehmender Beobachtung, d.h. Training mit Traceuren
     

  • Bruchlinien und die Suche nach Einheit:

    Diskussionen über die korrekte Definition von Parkour, Gruppierungen, Kontroll-/Strukturierungsversuche, die Suche nach Einheit/Gemeinsamkeit - alles Themen die vornehmlich online stattzufinden scheinen; und der Kontrast mit der Gemeinschaft der Traceure in der Praxis
     

  • pk als kulturelle Praxis:

    1. Reinterpretationen von Stadtstruktur(en) und öffentlichen Räumen;

    2. der Konflikt zwischen Mehrheitskultur und dieser Subkultur, insbesondere die Forderung nach "normalem Verhalten" welche die Mehrheit - die wahrscheinlich auch zustimmen würde, dass unsere Kultur individualistisch orientiert ist - jenen zu stellen scheint die tatsächlich einen individuellen Weg suchen;

    3. die Bedeutung von Parkour für den Traceur: Beziehungen zu Risikofreude, sportlicher Betätigung bzw. dem alltäglichen Bewegungsmangel, dem Gefühl von Selbstwirksamkeit...

Planned Themes:


  • representation and reality:

    the media as a usual first point of contact, analysis of media representation of parkour, and the contrast with experiences made in participant observation, i.e. in training with traceurs
     

  • fractures and the quest for unity:

    discussions on the correct definition of parkour, fractions, attempts at control/structure, the quest for unity/commonality - all issues that mainly seem to take place in cyberspace; and the contrast with the community of traceurs in practice
     

  • pk as cultural practice:

    1. re-interpretation of city structure/public spaces;
       

    2. conflict between majority culture and this subculture, in particular the strange gap opening between traceurs individually choosing their paths - as the wider cultural orientation argues were always supported - and the real obligation to behave normally that the majority appears to propound;
       

    3. the meaning of parkour to the traceur: relation to risk-seeking, physical exercise/sedentary lifestyle, feelings of agency/self-efficacy...

Ein "WLog"? Ja, ein "working log" (Arbeitsnotizbuch)

Moderne Ethnographie ist ohnehin nicht mehr die Beschreibung einer fremden Gesellschaft oder Gruppe als Forschungsobjekt eines hochweisen Wissenschafters. Modern ist es vielmehr, den "Objekten" auch ihre Stimme zu lassen und sie als Mitakteure im Forschungsprozess zu verstehen.
Indem nicht einfach beforscht und dann beschrieben sondern die Mittel der Online-Publikation genutzt werden, ist dies besonders gut möglich.
Einfach gesagt: Überlegungen und Beobachtungen werden (auch) in diesem Blog beschrieben werden, so dass andere ihre Meinung abgeben können.

Ein Hinweis ist allerdings nötig: Ergibt sich aus der Arbeit etwa ein Buch (das wäre ein Ziel), so wird die Verantwortung über den Inhalt - und damit das letzte Wort - beim Autor (mir) liegen; kommt es zu wesentlicher Mitarbeit bestimmter Personen oder Gruppen, so ist es allerdings möglich, dass diese als Mitautoren fungieren und genannt werden.

A "WLog"? Because it's a "working log"…

Modern ethnography is not the description of a foreign society or group as the study object of the great scientist any more. Rather, it is en vogue to make room for the "objects' talking back."
Online means of publication are an excellent tool for making this possible.
Simply put: I will write observations and thoughts in this blog. Thus, others can provide their opinion as well.

A necessary note: Should a book result from this work (which would be one aim of mine), responsibility for its content - and therefore, the last word on content - will be the author's (mine). Should other's (persons or groups') input amount to more than a few notes which should be included (and quoted, of course), a co-authorship is possible.

A note at first, und die Übersetzung des Texts auf der Website

First of all: I will mainly write in English, but use other languages (and translations) when they seem appropriate.

Also, gleich hier:

Zuallererst einmal: Ich werde vor allem auf Englisch schreiben, aber andere Sprachen (bzw. Übersetzungen) verwenden, wenn es angebracht erscheint. Etwa um einmal den Text von der Intro-Seite auch auf Deutsch zu schreiben (the following is a German translation of the text to be found on the introduction page for this project):

Parkour ist immer noch neu.
Traceure, Personen die Parkour betreiben, sind eine Art von cyber-tribe.
Wie die meisten Stämme (tribes) scheinen auch Traceure mißverstandene exotische Kreaturen zu sein.
Perfekt für Ethnographie.

Ich bin 2006/2007 zum Parkour gekommen. Mein Interesse gilt sowohl der sportlichen Praxis als auch der (sub-)kulturellen Entwicklung die Parkour darstellt.

"pk-graphie" ist meine Arbeit an einer Ethnographie von Parkour und von Traceuren.
Ihr Ziel ist es Forschung zu Parkour zu betreiben um pk zu beschreiben, insbesondere im Hinblick auf...

  • Repräsentation(en) und Realität,
  • Bruchlinien und die Suche nach Einheit,
  • pk als kulturelle Praxis

Teile der Arbeit werden hier vor- und zur Diskussion gestellt werden.

Welcome to / Willkommen zu pk-graphie

pk-graphie,
that will be my work on an ethnography of Parkour
- meiner Arbeit an einer Ethnographie von Parkour